Ratgeber · Laborwerte

Laborwerte verstehen: Was „im Normbereich“ aussagt

Von Tobias Knop, Heilpraktiker · Aktualisiert am

Vielleicht kennen Sie die Situation: Sie fühlen sich seit Monaten müde oder nicht belastbar, und Ihr Blutbild ist unauffällig. Ein unauffälliges Blutbild beantwortet jedoch nicht jede medizinische Frage. Welche Ursachen bereits untersucht wurden und was noch geklärt werden sollte, besprechen Sie mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem Arzt.

In meiner Praxis in Gütersloh-Avenwedde sehe ich diese Konstellation regelmäßig. Ich schaue mit Ihnen darauf, welche Untersuchungen vorliegen und was sich daraus tatsächlich ablesen lässt. Nicht jeder anhaltenden Beschwerde liegt ein Nährstoffmangel zugrunde, und nicht jede offene Frage erfordert weitere Laborwerte.

Was ein Referenzbereich wirklich ist

Viele Referenzbereiche beschreiben die mittleren 95 Prozent der Messwerte einer ausgewählten Vergleichsgruppe. Sie können sich je nach Labor und Messverfahren unterscheiden. Ein Wert außerhalb des Bereichs ist nicht automatisch krankhaft; ein Wert innerhalb des Bereichs schließt eine Erkrankung nicht sicher aus. Für manche Untersuchungen gelten zusätzlich medizinische Entscheidungsgrenzen. Die Begriffe Referenzbereich, Diagnosegrenze und Behandlungsziel bedeuten deshalb nicht dasselbe.

Drei Gründe, warum ein „normaler“ Wert trotzdem einen Blick verdient

1

Ein Referenzbereich ist kein persönliches Ziel

Die Mitte eines Referenzbereichs ist nicht automatisch der beste Wert für jeden Menschen. Beim Vitamin D unterscheidet das RKI beispielsweise nach der Versorgung für die Knochengesundheit. Ein pauschaler höherer Zielwert zur Erklärung von Müdigkeit lässt sich daraus nicht ableiten.

2

Die Bedingungen der Messung gehören dazu

Medikamente, die letzte Mahlzeit oder der Zeitpunkt einer Blutabnahme können das Ergebnis beeinflussen. Deshalb sind der Untersuchungsanlass und die Angaben auf dem Laborbericht wichtig. Auch frühere Befunde können helfen, einen Verlauf einzuordnen.

3

Ein Blutbild prüft nicht sämtliche Ursachen

Ein kleines Blutbild untersucht Blutzellen und zugehörige Kenngrößen. Vitamin D, Ferritin und Schilddrüsenwerte sind eigenständige Untersuchungen. Ein unauffälliges Blutbild schließt Erkrankungen nicht allgemein aus. Welche zusätzlichen Tests sinnvoll sind, hängt von der medizinischen Fragestellung ab.

Was Sie selbst tun können

Bitten Sie in der Praxis um eine Kopie Ihrer Laborbefunde, das ist eine übliche und berechtigte Bitte. Sammeln Sie die Berichte über die Jahre: Der Verlauf eines Wertes sagt oft mehr als eine Momentaufnahme, weil sich Veränderungen zeigen, lange bevor ein Bereich verlassen wird. Und notieren Sie sich, wie es Ihnen zum Zeitpunkt der Blutabnahme ging. Beschwerden und Zahlen gehören zusammen betrachtet.

Wie ich damit arbeite

In meiner Praxis werte ich als Heilpraktiker Ihre vorhandenen Laborbefunde aus, im persönlichen Termin und im Zusammenhang: die Zahlen, Ihre Beschwerden und das, was die osteopathische Untersuchung mit den Händen zeigt. Fehlen für Ihre Situation wichtige Werte, sage ich Ihnen, welche Bestimmungen sich ergänzen lassen. Ergibt sich aus der Auswertung ein Befund, der ärztlich abgeklärt gehört, sage ich Ihnen das offen, ich verstehe meine Arbeit als Ergänzung zur ärztlichen Behandlung und arbeite bei Bedarf mit Ihren behandelnden Ärzten zusammen. Ich führe kein eigenes Labor und verkaufe keine Präparate, meine Leistung ist die Einordnung. Wie das abläuft, lesen Sie auf der Seite Befund-Auswertung.

Osteopathie und die Auswertung von Laborbefunden ergänzen die ärztliche Behandlung, sie ersetzen sie nicht. Die Einordnung Ihrer Werte erfolgt individuell im persönlichen Termin.

Quellen zum Weiterlesen

Bringen Sie Ihre Werte mit.

Ich verbinde sie mit dem osteopathischen Befund und bespreche mit Ihnen in Ruhe, was das für Sie bedeutet.

Termin für eine Befund-Auswertung anfragen
Nachricht an Tobias Knop